Land & Leute

Der polynesische Inselstaat Neuseeland untersteht der britischen Krone und liegt im südlichen Pazifik etwa 1600 km südöstlich der australischen Küste in Ozeanien. Er besteht aus zwei langgestreckten Inseln, zwischen denen die Cook Strait verläuft: die Nordinsel ist etwas kleiner als die Südinsel, auf ihr lebt jedoch der gößere Teil der Bevölkerung. Weitere Pazifikinseln, darunter die Cook-Inseln, die Kermadec-Inseln, Niue und die Tokelau-Inseln, stehen unter neuseeländischer Verwaltung. Auckland ist die größte Stadt in Neuseeland, Wellington die Hauptstadt. Neuseelands Landschaften umfassen das alpine bis subtropische Spektrum und sind in ihrer Vielfalt auf kleinstem Raum sensationell. Auf der Südinsel erheben sich Alpen bis weit über 3000 Meter, aus denen sich Gletscher durch Urwälder bis ins Meer bewegen, auf der Nordinsel faszinieren vulkanische Aktivitäten. Neuseelands Bevölkerung zählt nur 4 Millionen Menschen, 85% leben in den Städten. Das dünn besiedelte Land ist zu einem großen Teil in noch unberührtem Zustand.

Die neuseeländische Kultur ist reich an unterschiedlichsten Einflüssen. Nicht nur die erst 150 Jahre junge europäische Kultur ist erheblich vertreten, sondern auch die mythische Tradition der Maori Urbevölkerung, die sich inzwischen zu einem wesentlichen Teil der neuseeländischen Kultur entwickelt. Viele Städte und Regionen Neuseelands tragen Maori-Bezeichnungen. Eine zentrale Botschaft der Maori lautet Mana Whenua a Tangata – Respekt vor Land und Menschen. Diese Geisteshaltung findet man überall  in Neuseeland, zum Beispiel im umsichtigen Umgang mit der reichen Natur von Aotearoa, dem Land der langen, weißen Wolke, wie die Maori ihre Heimat nennen. Ein Drittel der Landfläche steht unter Naturschutz. Das findet man in keinem anderen Land der Erde.

Die Maori werden als die Ureinwohner von Aotearoa bezeichnet. Sie kamen vor über 700 Jahren in ihren Waka Hourua Reisekanus aus Hawaiki, dem Land ihrer Vorfahren, dessen Identität im Dunkeln liegt. Heute machen die Maori 14 Prozent der Bevölkerung aus und beeinflussen in Neuseeland alle Aspekte des Lebens. Ihre reiche und vielfältige Kultur umfasst die traditionelle und zeitgenössische Kunst. Schnitzen, Weben, der Haka Kriegstanz und das Moko Tätowieren werden im ganzen Land praktiziert. Die Maori folgen dabei der Tradition ihrer Vorfahren und wenden Jahrhunderte alte Techniken an. Sie entwickeln aber auch aufregende neue Techniken und Formen. Die Maori-Kultur umfasst heute moderne Ausrichtungen der Muse wie Film, Fernsehen, Dichtung, Theater und Hiphop. Die weißen Neuseeländer werden von den Maori Pakeha – Fremder – genannt. Sich selbst nennen die Maori Tangata Whenua – Volk des Landes.

Wenig bekannt dagegen ist das Volk der Waitaha, welches etwa 1000 Jahre vor den Maori von den Osterinseln nach Neuseeland kam und sich selbst als die eigentliche Urbevölkerung Neuseelands betrachtet.

Und dann gibt es noch den Begriff Kiwi, der eigentlich – abgeleitet von dem in Neuseeland heimischen, gleichnamigen Vogel – für alle Neuseeländer steht. Kiwi ist Ausdruck einer eigenen Identität und zeugt von einem wachsenden Selbstbewusstsein der noch jungen neuseeländischen Nation. Vor allem die weißen Neuseeländer bezeichnen sich als Kiwi. Noch vor einiger Zeit äußerte sich das Lebensgefühl des Kiwi in Gummistiefeln und Holzfällerhemd. Heute ist der Kiwi eher ein „Draußenmensch“, der seine Zeit gerne mit Golf, Segeln, Rugby oder in der Natur verbringt. Weil der Neuseeländer seine Freizeit meist in der Natur verbringt, legt er großen Wert auf das outdoor Ferienhaus oder sein Boot. Der Kiwi ist taff und offen für Kunst und Kultur.